Punktionszytologie: Präparationstechnik

Ziel der Feinnadelaspirationsbiopsie (FNAB) ist in der Regel die zytologische Abklärung krebsverdächtiger Raumforderungen in verschiedenen Organen. Dabei werden einige hundert bis wenige tausend Zellen durch Unterdruck, welcher in einer Einmalspritze erzeugt wird, in eine normale Injektionskanüle gesaugt, anschließend auf Objektträgern dünn ausgestrichen, sofort fixiert und gefärbt.

a) Anästhesie: wird meist nur bei der Punktion tiefer liegender Raumforderungen (RF) bzw. bei Verwendung langer Nadeln benötigt.

b) Nadeln: Für palpable Knoten werden kurze (22-23 Gauge), für tiefer liegende RF 8-10 cm lange Nadeln mit Mandrin (Spinalnadeln) verwendet.

c) Punktion: Nach Hautdesinfektion 20 ml Einmalspritze in pistolenartigen Spritzenhalter (z. B. Cameco®) einsetzen. Nadel in RF stechen, unter vollem Sog der Spritze mehrmals vor- und zurückbewegen und dabei die Richtung ändern (needling), Unterdruck ablassen, Nadel abnehmen, Luft aspirieren, Nadel wieder aufsetzen.

d) Ausstriche: Nadelinhalt auf Objektträger ausblasen. Durch Auflegen eines zweiten Objektträgers unter sanftem Druck gleichmäßig und dünn ausstreichen.

e) Fixation: Abhängig von der gewünschten Färbung: Lufttrocknung für Pappenheim-Färbung (= MGG): Ausstriche ca. 60 Minuten staubfrei bei Raumtemperatur trocknen lassen: für Speicheldrüsen, Schilddrüse, Lymphknoten, Knochenmark, Ovar. Eine Fixation mit Formalin ist in der Zytologie nicht erlaubt!

Alkoholfixation für Papanicolaou- und HE-Färbung: Ausstriche sofort mit alkoholischem Fixationsspray besprühen oder für mindestens 3 Minuten in Küvetten mit 96 %igem Alkohol stellen. Für Lymphknoten und alle übrigen Organpunktate.

f) Komplikationen: treten kaum auf und sind deutlich seltener als bei der Verwendung von Stanzbiopsienadeln oder operativer Gewebsentnahme. Berichte über Implantationsmetastasen (ca. 0,03 % bei Mammapunktionen) haben nur kasuistische Bedeutung. Selbst Koagulopathien sind nur relative Kontraindikationen. Perforationen von Magen, Darm oder Gefäßen bleiben in der Regel folgenlos.