Indikationen.
Abklärung von Raumforderungen in oder Vergrößerungen der Speicheldrüsen, um die Indikation einer Operation stellen und deren genaue Strategie planen zu können (z. B. Schonung des Nervus facialis bei gutartigen, radikale Exzision der Drüse bei bösartigen Tumoren, Radiochemotherapie bei malignen Lymphomen).
Gewinnung und Präparation.
Perkutane Punktion unter palpatorischer, ggf. sonographischer Kontrolle mit 23- oder 22-Gauge-Nadeln. Dünne Ausstriche lufttrocknen.
Differentialdiagnose.
Folgende Entitäten sind zytologisch differenzierbar:
Gutartig: Mukozele, akute, chronische und granulomatöse Sialadenitiden, pleomorphes und monomorphes Adenom, Zystadenolymphom, Onkozytom.
Bösartig: adenoid-zystische, mukoepidermoide, Azinuszell-, Adeno- und Plattenepithelkarzinome, maligne Lymphome, Sarkome und Metastasen.
Treffsicherheiten.
Die Sensitivität beträgt ca. 93 %, die Spezifität ca. 98 %. Die Typendifferenzierungsgenauigkeit ist bei gutartigen Tumoren hoch (75 % aller Speicheldrüsentumoren sind pleomorphe Adenome), bei bösartigen Tumoren weniger gut. Etwa 10 % der Punktate enthalten für eine Diagnostik nicht ausreichendes Zellmaterial.
Klinische Relevanz.
Komplikationsloses, schnelles Verfahren zur Reduktion unnötiger operativer Abklärungen um ca. 30 % mit der Möglichkeit einer gezielten Operationsplanung durch präoperative Dignitätsdiagnose und Klassifikation. Vermeidung unnötiger Radikalität der Operation bei gutartigen Tumoren; Verkürzung des Krankenhausaufenthaltes durch schnelle therapeutische Weichenstellung.