Punktionszytologie: Leber
Abb. 69. Fehlpunktion einer Raumforderung der Leber.
Abb. 70. FNAB der Leber bei hepatozellulärem Karzinom.
Abb. 71. FNAB der Leber bei Metastase eines Rektumkarzinoms.

Indikationen.

Abklärung der Dignität umschriebener Raumforderungen der Leber, insbesondere bei Verdacht auf Metastase bei bekanntem Primärtumor zum Zweck des Staging und der Therapieplanung. Diffuse Leberprozesse sind keine Indikation. Relative Kontraindikationen sind nicht therapierbare Blutungsneigung oder wenn der Zugang nur durch ein Gefäß möglich ist. Hämatome und Echinokokkuszysten sind, sofern sie nicht unmittelbar an der Oberfläche liegen, keine Kontraindikationen. Bei 10 % der Punktionen ist mit unzureichendem Untersuchungsmaterial zu rechnen.

 

Gewinnung und Präparation.

Perkutane Punktion mit 20- bis 22-Gauge-Nadeln unter Ultraschall- oder CT-Kontrolle. Sofortige Fixation der Ausstriche mit Alkohol (s. u.).

 

Differentialdiagnose.

Folgende Entitäten sind zytologisch differenzierbar:

Gutartig: Abszesse, Zysten, fokal noduläre Hyperplasie, Adenom.

Bösartig: Leberzellkarzinome, Cholangiokarzinome, Metastasen verschiedener Karzinome (kleinzel-liges, großzelliges, Plattenepithel-, Adeno-), Sarkome.

 

Treffsicherheiten.

Die Sensitivität beträgt im Literaturmittel 91 %, die Spezifität 99 %. Die Genauigkeit der histogenetischen Tumorklassifikation beträgt 88 %. Durch immunhistochemische Untersuchungen ist die Klassifikationsgenauigkeit bei unbekanntem Primärtumor wesentlich zu erhöhen (s. unter Ergüsse).

 

Klinische Relevanz.

Sicheres, preiswertes, schnelles und effizientes Verfahren, das mit hohem positiven Prädiktionswert verläßliche Diagnosen selbst bei 0,5 cm kleinen Herden liefert. Dadurch Reduktion der Zahl operativer Abklärungen und der Zeit des Krankenhausaufenthaltes wegen schneller diagnostischer und therapeutischer Weichenstellung.