Indikationen.
Abklärung palpatorisch suspekter Knoten der Prostata oder erhöhter PSA-Werte. DNA-zytometrisches Malignitätsgrading zwecks Auswahl des Therapieschemas. Verlaufskontrolle unter konservativer Therapie.
Gewinnung und Präparation.
Transrektale Punktion mit Besteck nach Franzén unter digitaler Kontrolle. Ausstriche sofort alkoholisch fixieren. Bei 6 % der Punktionen ist mit unzureichendem Untersuchungsmaterial zu rechnen. Die Komplikationsrate liegt deutlich niedriger als bei der Stanzbiopsie.
Differentialdiagnose.
Gutartig: Akute, chronische und granulomatöse Prostatitiden. Bösartig: Adeno-, Urothel- und Plattenepithelkarzinome verschiedener Malignitätsgrade. Patienten mit DNA-diploiden und -tetraploiden Prostatakarzinomen besitzen auch ohne Therapie keine verminderte Lebenserwartung.
Treffsicherheiten.
Im Literaturmittel wird eine Sensitivität von 93 % und eine Spezifität von 97 % (wie bei der Stanzbiopsie) erreicht. Voraussetzung dazu ist allerdings ein ausgebildeter Zytopathologe.
Klinische Relevanz.
In Deutschland zu Unrecht wenig angewandtes, komplikationsarmes Verfahren zur morphologischen Diagnostik des Prostatakarzinoms mit der Stanzbiopsie ebenbürtiger Treffsicherheit. Ideale Materialgewinnungsmethode für anschließendes DNA-zytometrisches Malignitätsgrading zur Identifikation von low-risk-Patienten.