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Buchtips


Interessante Bücher für Biologen



In der 3., neubearbeiteten und erweiterten Auflage erschien jetzt das Buch "Entomologisches Praktikum" von Gerhard SEIFERT. Die vorherigen Ausgaben erschienen noch als Taschenbuch; diese Ausgabe ist hingegen fast schon auf MORTlMER-Größe gewachsen. Allerdings nur fast, denn das Buch ist zwar gleich hoch, leider fehlt jedoch der breite Außenrand, der dem MORTIMER seine Übersichtlichkeit gibt.
Doch auch am "Entomologischen Praktikum" ist nicht "gespart" worden. Auf 330 Seiten findet der Leser 310 ausführliche Abbildungen. Kein Wunder also, daß das Buch bei uns zur Standardausrüstung im morphologischen Großpraktikum gehört.
Das Autor versucht, elementares Wissen an möglichst typischen Objekten zu vermitteln: Er führt Anfänger in die allgemeine Entomologie ein; der erfahrenere Entomologe hat hier ein optimales Repetitorium. Neueste
Erkenntnisse bei der Erforschung von Ultrastruktur, Physiologie, Molekularbiologie und Biochemie des Organismus Insekt führten zur völligen Neukonzeption einiger Kapitel, die anderen wurden gründlich überarbeitet.

Gerhard SEIFERT,
Entomologisches Praktikum
Stuttgart: Thieme Verlag, 1995
DM 65,00 /am



Ebenfalls im Großformat erschienen: "Experimentelle Pflanzenökologie - Grundlagen und Anwendungen" von Dieter Joachim VON WILLERT.
Wer sich von den fünf Seiten Abkürzungen und Symbolen am Anfang nicht abschrecken läßt, beginnt sogleich in dem übersichtlich aufgebauten Buch zu schmökern.
Der Untertitel ist bei diesem Buch Programm: Vom "Standort" als kleinster ökologischen Einheit ausgehend, werden Arbeitsfelder und Vorgehen
in der experimentellen Pflanzenökologie vorgestellt: Die Charakterisierung abiotischer Standortfaktoren konzentriert sich auf die Sonderstellung des Wassers und die physikalischen Messungsgrundlagen der Faktoren Strahlung, Temperatur und Feuchtigkeit.
Der Schwerpunkt liegt auf den Interaktionen zwischen Pflanze und abiotischen Faktoren. Dabei werden diese im Zentrum von Energieflüssen und Gasaustauschen gesehen. Die Grundlagen der Gaswechselmessung und ergänzender Methoden wird dargestellt, Anwendung und Auswertung solcher Messungen werden erläutert.
Abschließend kommen Wasseraufnahme und -transport sowie die wichtigsten Techniken zur Wasserzustandsbestimmung in der Pflanze zur Sprache.
Dieter Joachim VON WILLERT,
Experimentelle Pflanzenökologie -
Grundlagen und Anwendungen
Stuttgart: Thieme Verlag, 1994
DM 69,00 /am



Zwei weitere interessante Bücher kommen aus dem Düsseldorfer Zebulon-Verlag:

Der "Stern"-Autor Norbert Thomas beschäftigte sich mit der "Luxusware Müll". Seit sich der Wohlstandsmüll durch den "Grünen Punkt" in kostbaren Wertstoff verwandelt hat, lassen sich damit Milliarden verdienen. Eine gigantische Wiederverwertungsindustrie verhindert den Wandel zur Müllvermeidung.
"Luxusware Müll" ist ein aktueller kritischer Report über die Wegwerfgesellschaft und die Pleite der mißlungenen Kreislaufwirtschaft des Dualen Systems. Das Buch nennt Strategien und Programme zur Rettung aus der lebensbedrohenden Müllkrise am Ende unserer Wachstumsära und fordert zum Nachdenken über unser Konsumverhalten auf. Es ist zu hoffen, daß endlich auch einmal die politisch Verantwortlichen in diesem Staat ein solches Buch lesen und danach handeln und nicht nur der umweltpolitisch interessierte Bürger.
Wer dieses Buch gelesen hat, benennt seinen "Mülleimer" in "Wertstoffsammler" um.

Norbert THOMAS,
Luxusware Müll
Düsseldorf: Zebulon, 1994
DM 19,80 /am




Wenn schon die Rheinische Post über Jürgen Streichs Reportage "Dem Gesetz zuwider" schreibt: "Ein lesenswertes Buch, das mehr als Mahnung und Hinweis denn als Angriff zu verstehen ist", dann muß an dem Buch etwas dran sein.
"Wie bundesdeutsche Behörden Umweltverbrechen zulassen" lautet der Untertitel. Der vom ARD-Fernsehmagazin "Monitor" bekannte Autor zieht den Schluß: "Gesetze sind das eine, die Realität das andere ... gerade wenn es um Umweltschutz geht."
Nicht nur am Beispiel Düsseldorf erläutert Jürgen Streich, wie sinnvolle Gesetze ad absurdum geführt werden können. Eine "gute" Zusammenarbeit mit den Rheinberger Solvay-Werken macht es möglich: Krebserregende Dioxine und Furane werden nicht nur in den Rhein geleitet, sondern sogar vom Düsseldorfer Regierungspräsidenten geduldet. Ein Beispiel, das zeigt, wie vielfach unsere Behörden geltendes Recht außer Kraft setzen, Verordnungen ändern oder Gesetzesverstöße selber begehen.
Weitere Fälle beschäftigen sich mit dem Artenschutz, Müllhandel, Asbestverseuchung in Schulen und anderen katastrophalen Gegebenheiten in Sachen Umwelt. Ein Buch, das frustriert

Jürgen STREICH
Dem Gesetz zuwider
Düsseldorf: Zebulon, 1993
DM 24,80


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