Seit Februar diesen Jahres ist Prof. Dr. Heinz Mehlhorn
offiziell Institutsleiter der Zoologie II.
Für die BiOkular sprachen Elena Hanser und Andreas Meske mit ihm.
Forschung
Doktorarbeit: Hühnerparasiten; Bekämpfung und Lebenszyklus von Eimeria maxima.
Habilitation: das Ostküstenfieber bei Rindern. Es ist zu 90% tödlich. Mittlerweile sind Lebenszyklus und Medikation bekannt. Weiterhin wird in Zusammenarbeit mit Kollegen in Berlin ein Impfstoff entwickelt.
Hauptarbeitsgebiet: Medikation von Parasiten, Unterbrechung von Lebenszyklen, Feinstrukturen von diesen Organismen.
Weiterhin: Auftragsforschung für viele Konzerne, z.B. von Repellents bis hin zu Tests von neuen Medikamenten. Dabei wird jeweils getestet, ob das Medikament wirkt und was genau mit dem Parasiten passiert. Parallel dazu wird die Wirkung auf die Wirtszelle, das Tier oder den Menschen überprüft. Durch diese Arbeit können viele Diplomanden- und Doktorandenstellen finanziert werden. Die Forschungsprojekte und die damit verbundenen zusätzlichen Stellen werden im Laufe etwa eines Jahres von Bochum nach Düsseldorf verlagert.
Parasitologie
Mit der schon in Düsseldorf vorhandenen Parasitologie
werden sich die neuen Forschungsprojekte und Lehrangebote laut Prof. Mehlhorn
kaum überschneiden.
Prof. Wunderlich arbeitet hauptsächlich auf dem Sektor Malaria, ein
Gebiet mit dem sich Prof. Mehlhorn fast gar nicht befaßt. In Bochum
war die Parasitologie etwa ebenso großwie die gesamte Biologie in
Düsseldorf, ohne daßes dabei zu Rivalitäten oder Problemen
gekommen wäre.
Ein neues Projekt ist ein Beratungszentrum für Tierärzte und
die Öffentlichkeit. Dort werden Proben angenommen, die dann von Prof.
Mehlhorns Team analysiert und bestimmt werden. Die Düsseldorfer Bevölkerung
kann direkt Fragen stellen und sich über sie betreffende Parasiten
bei Expertinnen und Experten informieren. In diesem Zusammenhang ist eine
Zusammenarbeit mit Medizinern der Universität geplant. Auch Fernsehauftritte
plant der Nachfolger von Prof. Werner Peters.
Pläne für die Lehre
Im Grundstudium soll das althergebrachte Spektrum erhalten
bleiben: mit der Grundvorlesung in üblicher Form und den Bestimmungsübungen
für Lehramt.
Die "Samstags-Exkursionen" sollen, nach Herrn Mehlhorn, auch
wieder für Diplomanden zugänglich gemacht werden.
Im Hauptstudium wird es eine Verlagerung in Richtung Parasitologie geben.
Die Parasitologie mit allen ihren molekularbiologischen Aspekten kann aber
ohne das Tier nicht leben. Die Versuchstiere müssen gezüchtet
und gehalten werden und dafür mußman ihre allgemeine Biologie
kennen.
Kleine und große Exkursionen mit vorbereitendem Praktikum werden
angeboten. Jetzt im Herbst geht es nach Ville Franche. Ab nächstes
Jahr wird es auch größere Exkursionen, wie nach Australien,
Costa Rica u.ä. geben. Ägypten wird aus Sicherheitsgründen
nicht mehr eingeplant. Auf den Exkursionen werden natürlich auch parasitologische
Aspekte behandelt. Zu diesen sind einige Vorlesungen zum jeweiligen Themenkomplex
in Vorbereitung.
Exkursionen werden also immer im Block mit vorbereitenden Veranstaltungen
durchgeführt, da sonst der Sinn zweifelhaft ist. Im übrigen wäre
die Gefahr zu groß, daßz.B. giftige Tiere falsch behandelt
werden u.ä. Auf Exkursionen z.B. in Regenwaldgebiete wird auch ein
Kollege aus der Botanik mitreisen, um die Besonderheiten der Flora zu erklären.
Für das Hauptstudium soll weiterhin ein parasitologischer Teil angeboten
werden, der mehr die biologischen Grundlagen - nicht so sehr die molekularbiologischen
Aspekte - behandeln wird. Letztere bietet Herr Wunderlich schon an. Zu
diesem Teil gehören eine entsprechende Vorlesung, ein Seminar und
ein Methodenpraktikum als Vorbereitung für die Diplomarbeit. Später
soll auch eine Vorlesung dazukommen, die sich mit der Feinstruktur von
Zellen (Wirtszellen) befassen wird. Sie wird eng an die Forschung angebunden
sein.
Mit Prof. Greven mußnoch abgestimmt werden, wie der zoologische Teil,
die "Stämme des Tierreichs", weitergeführt werden wird.
Das Großpraktikum wird auf jeden Fall in Zukunft als Block und nicht
wie bislang halbtags, ganzsemestrig, angeboten werden. Außerdem mußnatürlich
die Ausbildung der Mediziner fortgeführt werden.
Herr Mehlhorn plant die klassische Zoologie in Düsseldorf zu vertreten,
aber wird seinem Fachgebiet, der Parasitologie, einen größeren
Platz als bisher unter Herrn Peters Leitung einräumen.
Lebenslauf
Eines seiner vielen Ämter ist das des Weltpräsidenten
der Parasitologischen Gesellschaften.
Er gibt die Zeitschrift Parasitology Research heraus.