Natürlich können und müssen nicht alle Halogene aus der chemischen Produktionstechnik verbannt werden. Was allerdings bestimmte halogenierte Kohlenwasserstoffe anbetrifft, wird der Ruf nach Verzicht oder umweltverträglicheren Ersatzstoffen immer lauter. Ein großer Chemiekonzern aus Ludwigshafen hat angekündigt, künftig bei der Produktion von Polystyrol-Hartschaumplatten auf den Einsatz der als Ozonschicht-Killer kritisierten teilhalogenierten Treibmittel zu verzichten. Diese Treibmittel dienen dazu, durch ihre enorme Gasentwicklung einen Werkstoff aufzuschäumen, der dann Luftbläschen ausbildet und ein Vielfaches seines Volumens einnimmt. Zwar gibt es noch keine Alternative, doch bis spätestens Mitte 1998 sollen 80% (der Rest bis zur Jahrtausendwende) der Polystyrolplatten auf dem inländischen Markt frei von halogenierten Kohlenwasserstoffen sein. Die Suche nach Ersatzstoffen für das Treibmittel hat sich das Unternehmen bisher 20 Millionen Mark kosten lassen.
Auch ein Frankfurter Chemie-Gigant sagt einem Teil der
Halogenchemie "und...tschüß". Das weltweite Fluorchemikalien-Geschäft
soll schlicht und einfach verkauft werden. In diesem Falle ist davon aber
keine Netto-Produktionsabnahme weltweit zu erwarten, denn der Hauptinteressent,
eine belgische Firmengruppe, will durch den Kauf ihre Kältetechnik-Sparte
ausbauen.
/or