Die Honigbiene - seit Jahrtausenden Haustier und Wildtier zugleich - galt den Menschen lange als rätselhaftes und zugleich faszinierendes Lebewesen, das ihre Kultur und Religion, aber auch ihren ganz gewöhnlichen Alltag, von der ersten Begegnung an entscheidend prägte. Dabei wußte man lange ausgesprochen wenig über das Naturleben dieser staatenbildenden Insekten, die ja einen Großteil ihres Lebens in der Verborgenheit in vehement verteidigten Höhlen, Felsspalten oder Baumstämmen verbringen, und die sie nur zur Futtersuche verlassen. Dennoch erlernten die Menschen schnell, die im Verborgenen hergestellten Produkte der Bienen, Wachs und Honig, zu gewinnen und als Bereicherung ihres Speiseplans, als Heilmittel und als religiöse Opfergabe einzusetzen. Dieser Artikel und ein weiterer, in der nächsten Ausgabe der BiOkular, sollen einen Einblick in das Leben geben, das die Menschen mit den geheimnisumwobenen Bienen, den "Botinnen der Götter", bis heute führen.
Als sich vor etwa 2 Millionen Jahren die ersten Menschen Indien, Afrika und die gemäßigten Klimazonen Europas besiedelten, betraten sie Gebiete, in denen bereits die Honigbiene verbreitet war. So liegt es nahe, daßdie ersten Menschen schon früh auf Nester von wilden Bienen stießen. Vielleicht dadurch, daß einer unserer zotteligen Vorfahren bei einem seiner gemütlichen Streifzüge durch Wald und Flur zufällig auf ein verlassenes Bienennest stieß, und neugierig wie die Menschheit sicher schon damals war, einfach mal den Finger hineinsteckte und von dem klebrigen Inhalt kostete. Oder aber es war nur eine Frage des knurrenden Magens, bis sich einer von ihnen dachte, was so eifrig von den kleinen surrenden Biestern verteidigt wird, muß ziemlich wertvoll sein, und wertvoll waren damals noch solide Grundwerte, die entweder satt machten oder unter dem Motto Fortpflanzung liefen. Der süße Inhalt der wilden Bienennester wurde dann sicher schnell eine willkommene Ergänzung des altsteinzeitlichen Speiseplans, der ansonsten wohl nicht gerade vor kulinarischen Hochgenüssen strotzte.
So fand also während des Paläolithikums, der Epoche der Menschheitsgeschichte, die etwa vor 12.000 Jahren endete und in der die Menschen noch ausschließlich als Jäger und Sammler lebten, eine erste Annäherung vom Menschen an die Bienen statt. Da aus dieser Epoche jedoch keinerlei Abbildungen überliefert sind, die Rückschlüsse auf das Verhältnis des altsteinzeitlichen Menschen zur Honigbiene zulassen, läßt sich über diese Beziehung und ihre tatsächliche Bedeutung nur spekulieren.
Erste überlieferte Abbildungen stammen aus dem Mesolithikum (12 000 bis 9000 v. Chr.), etwa in Form der Felsenmalereien aus den Cuevas de la Arana (Abb. 1) oder aus der Höhle von Alacon( Abb. 2). Sie zeigen, daß unsere Vorfahren zu dieser Zeit schon erste schmerzhafte Erfahrungen m bereits eine enge und wichtige Beziehung zu den Bienen bestand, aus deren Nestern man nicht nur den Honig, sondern auch Pollen und die Brut entnahm und so einen großen Anteil des Proteinbedarfes deckte.
Vor etwa 10.000 Jahre setzte sich dann eine neue und revolutionäre Erkenntnis durch, daßman nämlich von einem Bienenstamm viele Male hintereinander den Honig gewinnen kann, wenn Nest und Brut unbeschädigt bleiben. Da ......Damals entwickelte der Mensch erstmals die Technik, zur vorsichtigen Honigentnahme Rauch in die Waben der Bienennester zu blasen, eine Methode, die Imker übrigens noch heute anwenden. Allerdings kannte man in der Mittelsteinzeit noch keine feste Bienenhaltung oder gezielte Bienenzucht.
Die Voraussetzungen dafür wurden erst geschaffen, nachdem der Mensch im Neolithikum sesshaft wurde. In den einsetzenden Prozeß der Domestizierung wurde auch die Honigbiene einbezogen. Die erste bildliche Darstellung aus dieser Epoche findet sich als Wandmalerei in einem Heiligtum von Catal Hüyük im anatolischen Hochland (ca. 6000 v. Chr.), so daß man annehmen kann, daß die Hausbienenhaltung in dieser Gegend erstmals entwickelt wurde. Von hier aus verbreitete sich die Idee der systematischen Bienenhaltung dann durch Handelsbeziehungen und kulturelle Kontakte, besonders in die frühen Hochkulturen Ägyptens und des Zweistromlandes.
Etwa um das Jahr 3000 v. Chr. erfolgte die Gründung des ägyptischen Reiches durch die Vereinigung der beiden Länder von Ober- und Unterägypten unter der Herrschaft des Pharaos Menes. Schon lange vorher hatten die Unterägypter die Biene zu ihrem Wappentier erkoren, was ihr nun bei der Reichsvereinigung die glorreiche Aufnahme in den Bestand der ägyptischen Schriftzeichen garantierte. Dabei wurde sie neben der Binsenhyroglyphe, die die Oberägypter zum Ideogramm ihres Reiches gewählt hatten, gleich zum wichtigsten Schriftzeichen überhaupt, zur Königshieroglyphe, die seit der ersten Dynastie dem eigentlichen Namen des jeweiligen Pharaos voranging. Wörtlich übersetzt, bekam der Name damit die klangvolle Einleitungsformel: "Der, welcher zur Binse (Oberägypten) und zur Biene (Unterägypten) gehört".
Schon kurz nach der Reichsgründung kam es zu einer ersten Hochblüte der Imkerei. Die Ägypter betrieben eine systematische Bienenzucht und eine Hausbienenhaltung auf einer für die damalige Zeit wissenschaftlichen Basis. Schon in der Mitte des 3. Jahrtausends v. Chr. erkannten die ägyptischen Imker, daß man sowohl die Honig- und die Wachsproduktion, als auch gleichzeitig die Obsterträge steigern konnte, wenn man Bienenvölker in Gebieten mit intensiver Landwirtschaft ansiedelte. Noch raffinierter war die Idee der sogenannten Wanderimkerei, für die im Frühjahr ganze Bienenvölker in Unterägypten auf Schiffe verladen und anschließend auf dem Nil nach Oberägypten transportiert wurden. Auf dem Weg dorthin stellten die fleißigen Bienchen jede Menge Honig her, bestäubten nebenbei noch die Kulturpflanzen und am Ziel der Reise konnte dann genüßlich genascht werden. Die Wanderimkerei hat sich übrigens als so erfolgreich erwiesen, daßsie auch im heutigen Ägypten noch betrieben wird.
Wegen der sehr hoch entwickelten Imkerei in Ägypten und der zahlreichen archäologischen Belege aus dieser Zeit, dachten die Wissenschaftler lange, daßdie frühesten Wurzeln der Hausbienenhaltung in Ägypten lägen. Erst bei neueren Ausgrabungen in den fünfziger und sechziger Jahren zeigte sich, daßdiese Vorstellung korrigiert werden mußte, da Funde besonders auf dem Gebiet der heutigen Türkei belegen, daßdie Hausbienenhaltung schon wesentlich älter ist, und daß sie ihre Ursprünge in den frühneolithischen Dorfkulturen Zentralasiens hat. Deren "Know how" über erfolgreiche Bienenhaltung wurde erst später durch die zahlreichen und intensiven Handelskontakte nach Ägypten importiert, und dort zu einer neuen Blüte getrieben.
Die Grundkenntnisse über Haltung von Haustieren, eingeschlossen die Honigbiene, breiteten sich vermutlich schon im Verlauf der "neolithischen Revolution" im 6. und 5. Jahrtausend v. Chr. aus Asien kommend in Unteräügypten aus. Erst im 4. Jahrtausend kam es jedoch zu einer allgemeinen Verbreitung der Bienenzucht im Nildelta und gleichzeitig zur Erhebung der Biene zum Wappentier, was ihre hohe Bedeutung zu dieser Zeit unterstreicht.
Aber auch in Oberägypten mußes schon vor der Reichsgründung erste Erfahrungen mit der Bienenhaltung gegeben haben. Man weiß, daßnomadische Hirtenvölker aus diesen Kulturgruppen eine grüne Augenschminke aus Malachit und Kupferspat herstellten, bei der Honig, Fett und Öl als Bindemittel verwendet wurden. Diese Farbpaste trug man übrigens nicht nur zur kosmetischen Verschönerung auf, sondern verband damit zugleich den praktischen Nutzen einer Prophylaxe gegen eine ägyptische Augenkrankheit.
Daßsich die Entwicklung der Bienenhaltung in Unterägypten wesentlich weiter getrieben wurde, liegt vor allem in den geographischen Gegebenheiten begründet, da das große und intensiv bewirtschaftete Nildelta viele Futterquellen für die gehaltenen Bienenvölker bot, wogegen die von Wüste umgebenen Kulturlandflächen in Oberägypten nur schmal waren.
Mit dem Zusammenschlußder beiden Kulturen, kam es jedoch auch schnell zu einem Austausch der Kenntnisse zur Bienenhaltung. Aus der Zeit des alten Reiches, das um 2635 v. Chr. begann und zu einer Blütezeit in der ägyptischen Kunst führte, liegen viele bildliche Zeugnisse zur ägyptischen Imkerei vor und zeigen ihren hohen Entwicklungsstandard. Die Bienen wurden in aufeinandergestapelten Tonröhren gehalten, die mit Nilschlamm verschlossen und anschließend mit dem Finger mit einem kleinen Flugloch versehen wurden. Aus diesen Röhren entnahm man den Honig nach Ausräuchern des Volkes, ohne die Bienen dabei zu töten. Schließlich wurde der Honig zur Vorratshaltung in speziellen Gefäßen versiegelt. Ein
Flachrelief aus dem Sonnenheiligtum des Pharaos Ne-user-Re (um 2360 v. Chr.) zeigt eine sehr ausführliche Imkerszene, bei der man die verschiedenen Arbeitsschritte von der Entnahme des Honigs aus den Tonröhren über die Reinigung der Vorratsgefäße bis zur abschließenden Versiegelung von Kugeltöpfen sehen kann.
Trotzdem konnte der Bedarf an Honig in Ägypten bereits bald nicht mehr durch die eigenen Imkereien gedeckt werden und wurde gegen hohe Zahlungen importiert. War ein Pharao wegen dem Bau einer seiner noch größeren, schöneren und moderneren Pyramiden mal wieder knapp bei Kasse, wurde der Honigbedarf auch schon mal durch den ein oder anderen Raubzug gedeckt. Honig gehörte jedenfalls zu den raren Luxusgütern, und wer ein Töpfchen erwerben wollte, mußte dafür schon mal ein Rind oder einen Esel springen lassen. Andere Alternative war eine Beamtenlaufbahn, denn schon unter Ramses dem II genoßdiese Berufsgruppe so manche Privilegien, zu denen unter anderem die Auszahlung eines Teils ihres Gehaltes in Form von Honig gehörte.
Noch verschärft wurde die Honigsituation durch die ebenfalls ständige Zunahme von Honigopfern. Auch bei den Göttern wollte natürlich jeder Pharao noch ein bißchen mehr auftrumpfen als seine Vorgänger, und da Bienenhonig nach ägyptischer Vorstellung nicht nur irdische Gelüste befriedigte, sollte er auch für die Götter in Strömen fließen. Mit Beginn des Neuen Reiches um 1550 v. Chr. nahmen die Tempelkulte und damit die Opferdienste derartige Ausmaße an, daßdie Tempelpriester gezwungen waren, eigene Bienenvölker in der Nähe der Heiligtümer zu halten.
Trotzdem konnte der ägyptische Honigbedarf, der sich neben der Verwendung bei Götteropfern und in der Nahrungsherstellung auch auf weite Bereiche der Medizin erstreckte, auch durch diese Maßnahmen nicht mehr durch den eigenen Markt gedeckt werden. Auch weiterhin gab es Honigimporte aus dem Ausland, besonders aus Syrien, Mesopotamien und Kanaan, von dem es wohl nicht umsonst schon damals hieß, es sei das Land, in dem Milch und Honig fließen.
Mesopotamien wird jenes sagenumwobene Land zwischen Euphrat und Tigris genannt, in dem nicht weniger als das Paradies der Schöpfungsgeschichte gelegen haben soll. In der Literatur sprich man im Zusammenhang mit dieser Schwemmebene auch häufig vom Reiche Babylon, das als kulturgeschichtlicher Begriff eigentlich die Vereinigung der Reiche von Sumer, Akkad und Assyrien meint.
Leider liegen aus diesem Kulturkreis lange nicht so viele bildliche Darstellungen vor wie von den ja bekanntlich sehr zeichenwütigen Ägyptern, so daß sich Rückschlüsse auf die Bedeutung und Ausbreitung der Bienenhaltung in den altbabylonischen Kulturen hauptsächlich aus der Literatur ziehen lassen. Die Bienen und ihre Erzeugnisse Wachs und Honig hatten jedenfalls auch in dieser Gegend große Bedeutung, wovon zahlreiche Erwähnungen in Gesetzestexten, medizinischen Schriften, Epen und nicht zuletzt klangvollen Liebesgedichten zeugen.
Im Zusammenhang mit dem ausgeprägten Bedürfnis der Babylonier, über alles und jeden einen schriftlichen Vermerk für die Nachwelt zu hinterlassen, und damit auch nach Jahrtausenden noch zur Bekämpfung der von Arbeitslosigkeit geplagten Archäologen einen wertvollen Beitrag zu leisten, gewann bald das Bienenwachs an großer Bedeutung. Die Schreiber, die tagein, tagaus mit der ehrenvollen Aufgabe beschäftigt waren, die umfangreichsten Archive und Bibliotheken der antiken Welt mit immer neuen Vermerken über die weisen Sprüche ihrer Könige, Beutelisten aus aktuellen Raubzügen oder dem neusten Klatsch aus der Götterwelt zu füllen, hatten natürlich keine Zeit, jedes Wort mühsam in harte Steinplatten zu treiben. Sie kamen zunächst auf die Idee, ihre Keilschriftzeichen in Tonlehm zu ritzen, der in Babylonien kostenlos und in rauhen Mengen zur Verfügung stand.
Mit dem Beginn des 8. Jahrhunderts v. Chr. setzte sich jedoch mehr und mehr der Gebrauch von Wachstafeln für den täglichen Schriftverkehr durch. Das deutet darauf hin, daßab diesem Zeitpunkt das zuvor rare Wachs plötzlich in großem Rahmen zur Verfügung gestanden haben muß, sprich, ab dem 8. vorchristlichen Jahrhundert mußdie Bienenwirtschaft eine entscheidende Entwicklung durchgemacht haben. Darauf deutet auch die Inschrift einer Kalksteinstele aus dem Gleichen Zeitraum hin, auf der sich der assyrische Statthalter von Suhi und Mari rühmt, die Haustierbienenhaltung im Norden Babyloniens bekannt gemacht zu haben: "Ich brachte die Fliegen, die Honig sammeln, ins Land, die in der Zeit meiner Vorgänger niemand gekannt noch eingeführt hatte, und ich stellte sie in den Garten der Stadt Gabbarini, daß sie Honig sammelten und Wachs; ich verstand mich sogar darauf, durch Sieden den Honig vom Wachs zu trennen; auch meine Gärtner kannten dies."
Dem Honig der Bienen wuchs dagegen wichtige Bedeutung in der Medizin zu. Er diente zur Heilung und Stärkung des Patienten und wurde auch damals schon zur Zähmung so mancher Widerspenstigen eingesetzt, indem er die Einnahme allzu bitterer Medikamente versüßte. Die Ärzte verfügten damals bereits über eine genauso umfangreiche wie aparte Rezeptesammlung, in der Honig, aber auch Bier, auf recht phantasievolle Art vielfach eingesetzt wurden. So wurde etwa bei Darmleiden die Anwendung eines Rezeptes aus 24 Arzneimitteln empfohlen, bei der zunächst in der Hauptsache verschiedene Hölzer und Harze mit Bier gemischt, nach einer gewissen Ruhezeit aufgekocht, zerstoßen, und nach Zugabe von Honig und reinem Öl nach folgender Anleitung weiterverwendet: "... solange es noch warm ist, laß es in seinen After einlaufen. Er wird den Darm entleeren und gesund werden."
Ein Rezept gegen Husten aus der gleichen Zeit lautet: "Wenn ein Mann an Husten leidet, dann sollst du Styaxharz in starkem Bier, in Honig und feinem Öl quirlen, er soll es auf seiner Zunge einnehmen, ohne etwas anderes zu essen; er soll es dampfend heißmit Bier und Honig trinken. Mit einer Feder sollst du ihn dazu bringen, sich zu übergeben. Nachher soll er eine Mischung von Honig und geronnener Milch essen und süßen Wein trinken, und er wird gesund werden."
Honig und Bier wurden aber auch als beliebtes Universalmittel gegen den gemeinen Trübsinn eingesetzt. So scheinen die Sumerer, deren Reich sich im Süden des als Babylonischen Reiches bezeichneten Gebietes erstreckte, ein sehr fröhliches Volk gewesen zu sein. Sie brachten ihre Lebensweisheiten in zahlreichen Sprichwörten zum Ausdruck, in denen sie bereits so tiefgreifende Erkenntnisse formulierten wie: "Wer den Alkohol nicht kennt, weiß nicht, was gut ist. Alkohol bringt Freude ins Haus", oder:
"Freude durch Alkohol, Müdigkeit durch eine Reise". Erkenntnisse also, die bis heute noch gerne zitiert werden.
Zur Herstellung des nicht nur bei den Babyloniern beliebten Freizeitgetränkes wurden neben der Grundsubstanz Gerste auch Honig und Dattelsaft eingesetzt, die den Gärungsprozeßherbeiführen sollten. (Reinheitsgesetz...) Der Genußdes schließlich gewonnenen Bieres galt dann in der sumerischen Gesellschaft als absolutes must. Enthaltsamkeit galt als Unkultur, den kultivierte Mitbürger erkannte man dagegen offensichtlich an der regelmäßigen Teilnahme fröhlicher Trinkgelage. So zeigt sich etwa im Gilgamesch-Epos die Wildheit von Enkidus darin, daß er Brot und Bier nicht kennt. Erst nachdem er von einer Dirne aufgefordert wird:" Iß nun das Brot, oh Enkidu, denn das gehört zum Leben, trink auch vom Bier, wie es des Landes Brauch!", macht er die ersten entscheidenden Erfahrungen mit dem kultivierten Leben.
So verwundert es nicht, daß die Babylonier zahlreiche unterschiedliche Biersorten kannten, eines der babylonischen lexikalischen Verzeichnisse enthält sogar eine Liste mit verschiedenen Fachausdrücken, die für die Herstellung unterschiedlicher Biere wichtig waren. Der Bienenhonig als Zutat wird darin ausdrücklich erwähnt.
Was die Menschen derart beglückte, war natürlich auch zur Besänftigung der Götter gerade recht. In vielen Opfergaben spielt der Bienenhonig als Zugabe eine große Rolle. So wurde neben anderen Göttern etwa dem Gott Marduk ein Brei aus Rahm, Mehl, Sesamkörnern und Honig dargebracht. Aber auch für die Seelen von Verstorbenen wurde Honig geopfert.
Vor diesem Hintergrund verwundert es vermutlich nicht, daßin dem Land dieser glücklichen Völker der paradiesische Ursprung der Schöpfungsgeschichte vermutet wurde.