Die Kiebitze (Vanellinae) stellen eine von drei Unterfamilien
der Regenpfeiferartigen (Charadrii), die wiederum zu den Wat- und Möwenvögeln
(Ordnung Charadriiformes) zählen. Die Unterfamilie Vanellinae vereint
etwa 25 Arten, doch brütet für gewöhnlich lediglich der
"Kiebitz" selbst (Vanellus vanellus) in Europa. Der etwa
30 cm größe, am Bauch weiße und oberseits grünlichbraune
Vogel legt sein flaches Bodennest auf freien Flächen an. Es handelt
sich bei diesen Nestern um Mulden, von denen das Männchen ungefähr
fünf in den Boden dreht und sich das Weibchen eine davon aussucht,
um 2-5 Eier hineinzulegen und auszubrüten (für die Rollenverteilung
können wir nichts!!! die Red.). Die dichtbedunten Jungvögel schlüpfen
einen Monat später und werden noch 6 Wochen von beiden Altvögeln
versorgt. Auf dem Speiseplan stehen vor allem Insekten und Schnecken, daneben
aber auch Früchte und Samen. Typisch für den sympathischen Piepmatz
ist sein Ruf: Seine Namen Kiebitz oder englisch "Peewit" sind
lautmalerisch. Je nach Brutgebiet sind Kiebitze Stand-, Strich- oder Zugvögel.
Die mitteleuropäischen Arten überwintern im Mittelmeergebiet,
in Nordafrika bis zur Sahara und vereinzelt auch bis in die Tropen.
Verbreitung und Bestand anzugeben, ist gar nicht so einfach. Typischerweise
verfügen Kiebitz-Arten über weiträumige Verbreitungsgebiete,
sind innerhalb derer aber nur mit mit geringen Individuendichten vertreten.
So erstreckt sich das Brutgebiet der einheimischen Art Vanellus vanellus
immerhin über einen durchgehenden Bereich von Marokko über Europa
nach Asien bis Südostsibirien in die Mandschurei. Besonders in Europa
hat die Kultivierung der Landschaft im 19. und 20. Jahrhundert sehr viel
der für den Kiebitz interessanten Landschaftsformen zerstört,
so daßdie Bestände abnahmen. Andererseits beobachtet man seit
etwa 1940 eine zunehmende Anpassung an Kulturland als Brutbiotop, so daßsich
mancherorts die Bestände wieder erholen und sogar neue Standorte erobern
konnten. Wir hoffen, daßwir den imposanten Schau- und Sturzflug,
für den Meister Vanellus bekannt ist, auch in der Zukunft noch beobachten
können.