Makaroni und Geistesspeise

- der Name ist Programm -

Von Detlef Wilkens

Makaroni und Geistesspeise, das ist das "Forum der RCDS-Hochschulgruppe an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf", so der offizielle Titel; also das "rechte Kampfblatt" an unserer Hochschule. Nachdem vor einiger Zeit vor allem "nackte Tatsachen" in diesem Blättchen die Gemüter erhitzten, ist es in der April-Ausgabe nur noch das ewige gejammere über unseren bösen, geldverschwenderischen AStA und diese völlig überflüssigen und moralisch anrüchigen Lesben- und Schwulenreferate, was dem mittäglichen Mensabesucher den Magen umdreht.

Schon auf der ersten Seite wird der so gewaltig gestiegene Semesterbeitrag im Bildzeitungsjargon dem verdutzten Leser vor Augen gehalten: VRR und Studentenwerk kassieren ab! Eine dreidimensionale Graphik verdeutlicht die erschreckenden Tatsachen. Daßdie Skala nicht bei DM 0, sondern erst bei DM 140 anfängt ..., na ja, kleiner Schönheitsfehler. Aber immerhin ist der Betrag seit Einführung des SemesterTickets 1993 von DM 153 auf DM 182,20 für das kommende Wintersemester gestiegen, das ist ein Anstieg von über 19%. Das SemesterTicket hat sich in der Tat von anfänglich DM 85 auf DM 105,50 verteuert, eine Steigerung von über 24% in drei Jahren. Wenn man sich allerdings den absoluten Betrag von sage und schreibe DM 105,50 anschaut, so ist dieser Betrag für die Nutzung aller öffentlichen Verkehrsmittel des VRR für sechs Monate - also, wenn wir mal ganz ehrlich sind - durchaus angemessen, wenn nicht sogar äußerst günstig. Der monatliche Beitrag beläuft sich nämlich auf DM 17,58! Das sind sogar in meinen Studi-Augen Peanuts.

Die zweite Schlagzeile im "Makaroni": Der AStA gefährdet das SemesterTicket. In Wirklichkeit geht es hier aber nicht um das SemesterTicket, sondern um die bevorstehende Einführung von Parkgebühren für die Uni-Parkplätze. Der RCDS vertritt die Ansicht, das SemesterTicket solle auch als Parkschein für die Uni-Parkplätze gelten, wobei Lars Kemp, seines Zeichen RCDS Schatzmeister und Autor des Artikels, anscheinend nicht einleuchtet, was das eine mit dem anderen zu tun hat: Das SemesterTicket wurde eingeführt, um die Studenten dazu zu bewegen, den täglichen Weg zur Uni mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückzulegen; also eine verkehrspolitische Maßnahme. Ein Nebeneffekt ist die Belohnung derjenigen Studenten, die so wie so mit dem ÖPNV anreisen und jetzt erhebliche Kosten einsparen. Die Einführung von Parkgebühren hat genau denselben Zweck, denn die letzten Jahre haben gezeigt, daß die Einführung des SemesterTickets als verkehrspolitische Maßnahme nicht ausreicht, um den Individualverkehr auf ein Mindestmaß zu beschränken; DM 17,58 sind halt doch nur Peanuts! Oder mit anderen Worten: SemesterTicket gleich Parkschein ergibt keinen Sinn! Leidtragende sind jetzt natürlich die, welche wirklich nicht in angemessener Zeit den Weg von Zuhause zur Uni mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegen können.

Was die kritisierte Anbindung der Uni an das öffentliche Verkehrsnetz betrifft, so würde ich diese als noch nicht zufriedenstellend bezeichnen. Gerade abends tun sich große Lücken auf im Fahrplan, aber ich denke, die Lücken im Haushaltsplan der Rheinbahn werden größer sein. Solange der Automobilverkehr so übermäßig subventioniert wird wie zur Zeit, solange wird der öffentliche Personennahverkehr nicht konkurrenzfähig sein (roter Filz hin oder her).

Doch zurück zur "Makaroni": Liebe Leute vom RCDS, warum nutzt ihr Euer Forum nicht, um den AStA oder das SP konstruktiv zu kritisieren? Eure Geistesspeise ist reichlich mit Polemik garniert und bewegt sich inhaltlich am Rande des unteren Stammtischniveaus. Aber Makkaroni sind halt innen hohl und werden zudem eigentlich mit zwei k geschrieben (aber wahrscheinlich ist das eine k Absicht). -

 

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