Euer Grundstudium gliedert sich in 4 Semester und wird mit der Vordiplomsprüfung abgeschlossen. Es beinhaltet folgende Veranstaltungen:
Vorlesungen: sie sollen einen zusammenhängenden Überblick über ein größeres Fachgebiet vermitteln; es besteht keine Anwesenheitspflicht, man sollte sie aber trotzdem besuchen.
Übungen: auch Praktika genannt; dienen der "Ergänzung von Vorlesungen in der praktischen Veranschaulichung theoretischer Probleme und der Einübung von Handfertigkeiten". Hier besteht im Allgemeinen unbedingte Anwesenheitspflicht. Sie schließen meist mit einer Klausur ab, für die es dann die begehrten Scheine gibt.
Exkursionen: sind eine "praktische biologische Übung im Gelände". Die Exkursionen sind für Diplomer nicht mehr Pflicht, wohl aber für Lehrämter.
Seminare: hier sollen fachliche Inhalte von Vorlesungen und Übungen vertieft werden.
Im folgenden sind alle Eure Veranstaltungen des ersten Semesters beschrieben. Außerdem erhaltet Ihr Kurzinfos über die Dozenten. Im Anschluß daran listen wir noch einmal alle Veranstaltungen des Grundstudiums auf. /am, Sven Hau
Nr.: 2486
Dozent: Professor Klaus Kowallik, geboren 1939 in Dresden. Professor Kowallik besuchte in Bayreuth die Schule, anschließend studierte er in Erlangen und Würzburg Biologie, Geographie und Chemie. Er promovierte 1965 in Wien bei den Professoren Höfler und Geitler (Dissertationsthema aus der Zellphysiologie) und arbeitete anschließend bei Professor von Stosch in Marburg als wissenschaftlicher Assistent (Arbeitsgebiet: Entwicklungsgeschichte und Ultrastruktur von Algen, DNA-Darstellung im Elektronenmikroskop). 1972 erfolgte die Habilitation, seit 1973 ist Professor Kowallik in Düsseldorf am Institut für Botanik tätig. Zu seinem Aufgabengebiet gehört die molekulare Evolution der Chloroplasten bei grünen und nicht-grünen Algen.
Art: Pflichtvorlesung Ort: HS 6C Zeit: Do., Fr. 8-9 Uhr (2-stündig)
Inhalte: In dieser Vorlesung sollen Euch grundlegende Kenntnisse der Botanik vermittelt werden. Diese Grundlagen umfassen Ausschnitte aus der funktionellen Anatomie und Morphologie, Histologie und Cytologie der Pflanzen. Wenn immer möglich, soll der Inhalt der Vorlesung durch Anschauungsmaterial und einfache Experimente verständlich gemacht werden. Wie man schon an dieser Aufzählung erkennen kann, ein recht umfassendes, schlecht abzugrenzendes Gebiet. Nicht alles kann in angemessener Ausführlichkeit besprochen werden und sollte - auch im Hinblick auf die Tests - mit Hilfe der geeigneten Fachliteratur erweitert oder ergänzt werden. Das parallel laufende Praktikum ist zwar weitgehend mit der Vorlesung koordiniert, aber Überschneidungen oder die leicht verzögerte Nachlieferung des theoretischen Wissens zur praktischen Arbeit lassen sich nicht immer vermeiden. Nr.: 2487
Dozent: Dr. Thomas Lisowsky u.a.
Ort: 26.11.U1 Raum 12 und 14 Zeit: Mo. oder Mi. 13-17 Uhr (4-stündig)
Inhalte: Das Praktikum beginnt mit relativ simplen Aufgaben. In dieser Zeit könnt Ihr Euch mit den Arbeitsmethoden vertraut machen. Mit zunehmender Routine sinkt normalerweise auch der Zeitdruck, und Ihr werdet mit dem steigenden Anspruch immer mehr Spaß an dem Praktikum haben.
Im Allgemeinen wird recht großer Wert auf einigermaßen ordentliche Zeichnungen gelegt. Sie werden auf ihre Richtigkeit, nicht aber auf ihren künstlerischen Wert hin überprüft. Um die Zeichnungen korrekt beschriften zu können und um zu verstehen, was da gerade betrachtet wird, ist eine gewisse Vorbereitung unerläßlich. Die Zelle mit ihren Bestandteilen ist das erste zentrale Thema. Auch die den meisten schon aus der Schule bekannte Plasmolyse wird behandelt.
Weitere wichtige Themen sind u.a. das Blatt, die Leitbündel, die Wurzel, Meristeme und das Holz. Letzteres heißgeliebt, wegen seiner verwirrenden Gewebevielfalt, die auch begabte Zeichner ziemlich fordert. Für das Praktikum braucht Ihr eine kleine Grundausrüstung an Material. Die Fachschaft bietet Euch nach der Vorbesprechung am 16.10. die Präparationsbestecke für ca.. 50,-DM an (Der genaue Preis stand bei Redaktionsschluß noch nicht fest). Ein Set besteht aus 1 Spezial-Pinzette, Deckgläsern, Objektträgern, 2 Präparienadeln, 1 Skalpellhalter, sowie den dazugehörigen Wechselklingen. Diese Geräte werdet Ihr auch in noch kommenden Praktika brauchen.
Nr.: 2536
Dozent: Professor Heinz Mehlhorn, geb. 1944 in Aussig an der Elbe. Er studierte Biologie, Germanistik und Chemie in Bonn und machte 1969 sein Staatsexamen. 1971 promovierte er in Biologie über die Bekämpfung und den Lebenszyklus von Eimeria maxima, einem Hühnerparasiten. 1975 habilitierte er in Düsseldorf, wo er 1977 auch eine Professur annahm. 1983 ging er nach Bochum, wo er den Lehrstuhl für Spezielle Zoologie und Parasitologie leitete. 1995 kehrte er zurück nach Düsseldorf. Sein Hauptarbeitsgebiet ist die Medikation von Parasiten, die Unterbrechung ihrer Lebenszyklen und die Feinstruktur dieser Organismen.
Art: Pflichtvorlesung Ort: HS 6C Zeit: Mo. 10-12 Uhr, Di. 11-12 Uhr
Inhalt: Die Vorlesung soll den Studierenden einen ersten Überblick
über die Stämme des Tierreichs geben. Daher auch der Trivialname
"Stämmchen-Vorlesung". Schwerpunkte der "Stämmchen-Vorlesung"
sind zum einen die Systematik des Tierreichs und zum anderen die Morphologie
der einzelnen Stämme. Weiterhin werden einige Besonderheiten aus den
Bereichen der Cytologie, Fortpflanzung, Entwicklungsgeschichte und Fortbewegung
erwähnt.
Zusätzlich findet eine Ausstellung mit Sammlungsobjekten und mikroskopischen
Präparaten als Beispiele zu dem behandelten Stoff statt.
Aus Zeitgründen ist die Vorlesung extrem kompakt aufgebaut. Von einzelnen Stämmen wird oft nur der Name genannt und viele interessante und wichtige Aspekte können notgedrungen nur kurz angeschnitten werden. Die Vorlesung soll helfen, sich "geistige Schubfächer" zu erstellen, in die später Organismen eingeordnet werden können.
Nr.: 2307
Dozent: Prof. Wolfgang Kläui
Art: Pflichtvorlesung für Diplomer, Wahlpflicht für Lehramt Ort: HS 6J Zeit: Do., Fr. 9-11 Uhr (4-stündig)
Inhalte: Die Vorlesung soll den Studierenden der Naturwissenschaft einen ersten Einblick in die allgemeine und anorganische Chemie geben. Zu Beginn des Semesters ist diese Vorlesung sehr voll, da sie gleichzeitig auch von Physikern, Chemikern und Pharmazeuten gehört wird. Auch wenn nur mal ein Platz auf der Treppe bleibt, solltet Ihr Euch davon nicht abschrecken lassen.
Die Vorlesung beschäftigt sich mit dem Aufbau des Periodensystems,
der Atome und Stoffe. Im weiteren werden Grundlagen des chemischen Rechnens
(wichtig!) und für die Chemie nötiges physikalisches Basiswissen
vermittelt.
Danach geht es einmal durch das Periodensystem, wobei Charakteristika der
Elemente und Gruppen, sowie deren chemischer Zusammenhang anhand spezifischer
Reaktionen vorgestellt werden. Weitere Themen sind daneben spezielle Reaktionen,
wie Oxidation und Reduktion oder Säure-Base-Reaktionen.
Wie an der Universität üblich, ist diese Veranstaltung sehr kompakt. Sie bietet jedoch bei kontinuierlichem Aufarbeiten eine gute Möglichkeit, chemisches Basiswissen - das für BiologInnen nun mal elementar ist - aufzufrischen oder neu zu erwerben. Das hohe Tempo sollte Euch nicht abschrecken, was übrigens für alle Veranstaltungen gilt.Es ist wichtig zu wissen, daß diese Vorlesung das Praktikum im 2. Semester vorbereitet. Daneben werdet Ihr viele der Themen auch immer wieder in den biologischen Vorlesungen und Praktika finden.
Für Studierende der Biologie ist Chemie - sei es anorganische oder organische - ein Muß. Die anorganische Chemie werdet ihr verstärkt im 3. und 4. Semester in den physiologischen Fächern wiederfinden.
Nr.: 2107
Dozent: Prof. Klaus Janßen, wurde 1942 geboren. Er studierte in Hamburg und Erlangen, wo er später promovierte und habilitierte. Seit Beginn des WS75/76 lehrt er an der Heinrich-Heine-Universität am Lehrstuhl für Mathematische Statistik und Wahrscheinlichkeitstheorie. Sein Forschungsgebiet ist die ãPotentialtheorie für Markov´sche Prozesse". Das sind zufällige Prozesse, deren zukünftiger Verlauf sich an dem gegenwärtigen Zustand orientiert und nicht an der Vergangenheit. Ein Beispiel dafür wäre die Braun´sche Molekularbewegung.
Art: Pflichtvorlesung Ort: HS 5C Zeit: Mi. 12-13 Uhr, Do. 12-14 Uhr (3-stündig)
Inhalte: Die Vorlesung Mathematik für Biologen bringt mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Einführung in die Grundbegriffe der Wahrscheinlichkeitsrechnung (bedingte Wahrscheinlichkeiten, Grenzwertsätze, Formel von Bayes etc.) und Statistik (Maßzahlen, Schätzer und Begründung der Schätzer, parametrische und nicht-parametrische Tests etc.). Es lohnt sich ein vollständiges und genaues Skript zu führen, denn es darf mit in die Abschlußklausur genommen werden. Ein Taschenrechner hingegen darf nicht benutzt werden; also ist Kopfrechnen gefragt.
Nr. 2108
Dozent: Prof. Janßen / N.N.
Art: Pflichtübung Ort: Übungsräume der Mathematik Zeit: Di. 14-18 Uhr (jeweils 1-stündig in 8 Gruppen)
Inhalte: Einmal die Woche wird in der Mathevorlesung ein Aufgabenzettel mit Anwendungsbeispielen zu den in der Vorlesung vorgestellten Regeln und Prinzipien verteilt. Zur Lösung der Aufgaben habt Ihr eine Woche Zeit. Die genauen Termine für die Ausgabe bzw. Abgabe der Übungszettel wird noch durch Aushänge bekanntgegeben. Die Lösungszettel werden in die Briefkästen der Mathematik (25.22.00) eingeworfen.
Es dürfen jeweils bis zu drei Studenten zusammen ein Lösungsblatt einreichen. Bedingung ist allerdings, daß jeder Studierende in der Lage ist, die Lösungen vorzutragen. Auf Eurem Lösungszettel sollten Eure Namen, der des Gruppenleiters, sowie die Nr. des Aufgabenzettels stehen. In den von studentischen Hilfskräften geleiteten Kleingruppen werden Fragen aus der Vorlesung erörtert und die Übungsaufgaben besprochen.
In den letzten Jahren hat es sich, besonders mit Blick auf die Abschlußklausur, immer wieder gezeigt, daß es hilfreich ist, die Aufgaben selber durchzurechnen und sie nicht nur von anderen abzuschreiben. Bei der Scheinvergabe zählt die Abschlußklausur 80% und die Übungen 20%. Daher ist es sinnvoll alle Übungen abzugeben. /am
Nr.: 2185
Dozent: Prof. Gernot Decker, 1934 in Bamberg geboren, studierte Physik in München, promovierte über das Thema: "Plasmadynamik bei hochfrequenten Theta-Pinch-Entladungen" und unterrichtete drei Jahre an der Universität von Austin, Texas.1978 kam Prof. Decker von Stuttgart an die HHU und hält seitdem die Einführungsvorlesung zur "Experimentalphysik". In der Forschung befaßt er sich mit "Pinch-Plasma-Effekten", einem Teilbereich der Kernfusionsforschung.
Art: Pflichtvorlesung Ort: HS 5L Zeit: Di., Mi. 8-10 Uhr (4-stündig)
Inhalt: Die Vorlesung umfaßt zwei Semester. Die Gebiete
Mechanik, Schwingungen und Wellen, sowie der Elektromagnetismus, werden
voraussichtlich noch im Wintersemester behandelt: die Optik, die Wärmelehre
und die Struktur der Materie im Sommersemester besprochen. Das Physikpraktikum
findet für die Biologen im dritten Semester statt.
Die amüsante Präsentation auch kompliziertester Themenbereiche
durch Prof. Decker, verleitet schnell dazu, die Inhalte zu unterschätzen.
Gerade hier ist eine ständige Vor- und Nachbereitung der Vorlesung
ratsam. Die Experimente, mit denen sich durchaus eine Unterhaltungsshow
bestreiten ließe, sind zwar immer sehenswert, aber interessanter
und effektiver ist es doch, wenn Ihr wenigstens ansatzweise wißt,
worum es bei ihnen geht.
Nr.: 2181
Dozent: Dr. Benno Wischgoll, 1933 geboren, studierte in Münster
und Innsbruck Physik und Mathematik. Wieder in Münster, legte er sein
Staatsexamen ab und unterrichtete zunächst für ein Jahr als Lehrer.
1974 promovierte er in Düsseldorf und leitet seitdem Praktika für
Lehramtskandidaten sowie die Übungen und Ergänzungen zu der Physikvorlesung.
In der Forschung beschäftigt sich Dr. Wischgoll mit der analytischen
Spektroskopie und ist hauptsächlich mit verwaltungstechnischen Aufgaben
betraut.
Art: Wahlveranstaltung, Übung Ort: HS 5L Zeit: Di., Mi. 10-11 Uhr (2-stündig)
Inhalt: Diese Veranstaltung dient der Vertiefung und gegebenenfalls Erweiterung der Inhalte der Physikvorlesung. Wöchentlich ausgegebene Übungszettel ermöglichen die praktische Anwendung des erlernten Wissens. Die Aufgaben werden jeweils in der folgenden Woche ausführlich besprochen.
Die zweite Wochenstunde wird zur Ergänzung genutzt, d.h. vor allem, daß theoretisches Hintergrundwissen nachgeliefert wird und schwierige Sachverhalte noch einmal erklärt werden. Wiederholung und Anwendung ist immer sinnvoll, wenn - zugegebenermaßen - auch oft nicht so besonders spannend.