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| die "unbekannte" Großmutter | das Annotationsbuch | der Neffe Karl v. Beethoven | der "Enkel" Louis van Hoven |
Der Tod dieses Sohnes Marcus Josephus und die Taufe des Sohnes Johann ca 1740 sind in den Bonner Kirchenbüchern nicht zu finden! Die Kirchenbücher wurden gut geführt und es gibt keine Lücken!
Soweit alle Quellen mit namentlicher Nennung
der Großmutter.
In allen Eintragungen heißt sie also "Ball"
oder "Pall" aber nirgendwo "Poll"! Und das war für mich selbst eine
Überraschung, als ich jetzt diese Quellen im Stadtarchiv Bonn überprüfte.
Wieso hat man also jahrzehntelang "Poll-Familien" untersucht? Im rheinischen
Dialekt wird zwar schnell ein a zum o aber nicht umgekehrt! Wenn sie über
so viele Jahre das a im Namen behielt, dann ist das auch richtig. Man wird
mir wohl zustimmen, wenn ich also behaupte: Die Großmutter hieß
Maria Josepha Ball.
Es folgen die Quellen, in denen über sie berichtet wird:
Anfang 1774, Eingabe "An Ihro Churfürstl. Gnaden
zu Cöllen"
"Hochwürdigster Ertzbischof gnädigster
Churfürst.....da aber durch ableben meines Vatters mich in sehr betrübten
umstenden finde, da mein solarium sich weiters nicht erreicht als daß
gezwungen bin das waß mein Vatter erspahret zuzusetzen, dieweilen
annoch meine Mutter am leben, und sich in ein Kloster befindet, für
Kostgeld alle jahr 60 Reith: und mir nicht rahtsam ist sie bey mir zu nehmen,
derowegen wollte Ihro Churfürstl. Gnaden fußfälligst gebetten
haben, mir von denen erledigten 400 Reisth: zu meinem Gehalt daß
ich leben könnte ohne daß wenig erspartes zu verzehren zuzusetzen
und meiner Mutter denen wenig jahre so sie zu leben mit dem gnaden gehalt
zu begnädien..... unterdähnigster Knecht und Musicus Jean van
Beethoven
Antwort vom 8.Jan.1774
"Ihro Churfl: Gnd: Verwillig ggst in betracht
vieler vom verstorbenen zeithleben geleisteten treuen Diensten, daß
dessen hinterlasener Ehefrau, so lang selbige in dem Closter, wo ihrer
jetzige aufenthalt ist, verbleiben wird, von nun an jährlich zu ihren
unterhalt sechszig reichsth. In quartalien eingetheilt....."
Randbemerkung: "soll mit ihrem gehalt in dem
Kloster verbleiben"
Gottfried Fischer schreibt in seinen "Aufzeichnungen"
über die Großmutter:
"Statur des Hof Kapellmeisters. ........ ein
Herz guter Mann, seine Ehegemahlin eine stille gute Frau, die aber dem
Trunck so stark ergeben war, womit er so viel heimliche Leiden ertragen
hat, das er nachher zuletz auf den Gedanken gekommen war, das er Sie nach
Köln in Pangtion (Pension) gethan und auch da starb. Ihr Namen und
Herkommen möge wohl unsrere Aeltere bewußt, aber wer hat ehmal
getacht, wegen antfort zu fragen, deßwegen uns unbekannt geblieben."
Auf der ersten Seite schreibt er jedoch:
"Zur zeit Churfürst Clemens August 1724ziege
Jahren wohnte in oben besagte Hauß der Hof Kapellemeister und guter
Sänger Mariga Joseph Balluinesius
Lutwikus van Beethoven mit seiner Ehgemahlinn."
Der Großvater hieß aber nur Ludwig, die
anderen Namen dagegen passen genau auf seine Frau! Wußte Fischer
also doch mehr? Soll das ein versteckter Hinweis sein? Was bedeutet die
Wortschöpfung "Balluinesius"?
Quellen:
Kölner Generalvikariatsprotokolle, Archiv des
Erzbistums Köln
Kirchenbücher der Pfarrei St.Remigius Bonn,
Stadtarchiv Bonn und Personenstandsarchiv Brühl
"Bönnisches Intelligenz -Blatt", Stadtarchiv
Bonn und Universitätsbibliothek Bonn
A.W. Thayer: Beethoven-Biographie Band 1
Prof. Joseph Schmid-Görg: "Des Bonner Bäckermeisters
Gottfried Fischer Aufzeichnungen über Beethovens Jugend."