Viele
für Pflanzen und Tiere lebenswichtige Stoffwechselvorgänge werden
ebenso wie industriell bedeutsame Prozesse durch Metallkomplexe
gesteuert und katalytisch beeinflusst. Diese Verbindungen sind
hochwirksam und daher nur in kleinsten Mengen erforderlich. Die
Fortentwicklung bekannter und das Auffinden neuer Katalysatoren ist
der Schwerpunkt der zur Zeit laufenden Forschungsprojekte. Hierzu
werden neuartige Liganden hergestellt, ihre Strukturen mit modernen
spektroskopischen Verfahren gesichert und die Reaktivität ihrer
Metallkomplexe unter biochemischen und anwendungstechnischen
Gesichtspunkten im Labormaßstab untersucht. Die Natur ist uns
hierbei das Vorbild für die Entwicklung einer “soft
chemistry”.
Forschungsprojekte:
·
Das
Kohlendioxyd-Bicarbonat-Gleichgewicht stellt sich ohne Katalysatoren
nur sehr langsam ein. In so gut wie allen höheren Organismen ist es
jedoch lebensnotwendig, daß sich dieses Gleichgewicht sehr rasch
einstellt. Die Natur nutzt hierfür das Zinkenzym Carboanhydrase. Zum
besseren Verständnis wird an kleinen Modellkomplexen die
Funktionsweise der Carboanhydrase untersucht.
·
Biologische
Systeme nutzen Sauerstoff auch bei niedrigen Temperaturen mit hoher
Effizienz, während in der Technik dies zumeist nur unter
drastischeren Bedingungen erfolgt. In diesem Projekt werden die
natürlichen Porphyrinsysteme durch eine synthetisch leichter
zugängliche biomimetische N4S-Koordinationssphäre ersetzt und
die der Monooxygenase Cytochrom P450 entsprechenden Fe-Komplexe
untersucht.
·
Metallorganische
Reagenzien in Wasser einsetzen zu können, ist u.a. aus ökologischen
Gründen interessant. Wir entwickeln dazu neue wasserlösliche
Liganden auf der Basis von Phosphonsäuren. (Stabilisierung von
Nano-Clustern mit Phosphinophosphonsäure-Liganden, katalytische
Hydrierungen in Wasser)
·
Lithium-Verbindungen
werden zur Therapie von manischen Depressionen eingesetzt. Der
Wirkungsmechanismus ist unverstanden. Es werden neue Ionophore zum
selektiven Transport von Lithium-Ionen durch Membranen
synthetisiert. (Korporation mit Prof. M. Burgard, Grande Ecole ECPM,
Strasbourg).
·
Weinsäure
ist eine interessante Alternative zur Zitronensäure als
Säuerungszusatz in Nahrungsmitteln wegen der besseren
organoleptischen Eigenschaften. Es gibt bis heute jedoch keine
praktikable Synthese. An einem Syntheseweg ausgehend von Glucose
wird in Kooperation mit Prof. Sahm, Institut für Biotechnologie,
Forschungszentrum Jülich gearbeitet.
Heinrich-Heine-Universität, Universitätsstr.1,
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| Verantwortlich für den Inhalt: Axel Mundt Letzte Änderung: 19.04.2005, 10:53 |